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Wärmepumpe | Wann lohnt sie sich?

Wärmepumpen gelten als die klimafreundliche Heizmethode der Zukunft. Wir zeigen dir, warum sich eine Wärmepumpe lohnt, welche Förderungen es gibt und was du vor einer Installation beachten solltest. 👉

09. September 2022

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Klimawandel &-Schutz
Energiequellen

Wärmepumpen entziehen ihrer Umgebung Wärme und geben diese anschließend an die Heizungen im Gebäude weiter. Dabei wird Strom nicht wie bei einer Elektroheizung genutzt, um Wärme zu erzeugen, sondern um der Umgebung die benötigte Wärme zu entziehen. Somit zählen Wärmepumpen zu den saubersten und effizientesten Heiztechniken, die es aktuell gibt. Wie genau eine Wärmepumpe funktioniert, erfährst du auch in unserem Blogartikel Wärmepumpen: Welche gibt es und wie funktionieren sie?

Vielleicht hast du auch schon mit dem Gedanken gespielt, auf eine Wärmepumpe umzurüsten? Dann haben wir drei gute Gründe für dich, warum sich eine Wärmepumpe für dich lohnt. 

Drei gute Gründe, warum sich eine Wärmepumpe lohnt

1. Klima schonen 🌍🌱

Wie wir bereits gesehen haben, zählen Wärmepumpen zu den saubersten und effizientesten Heiztechniken, die uns aktuell zur Verfügung stehen. Dies liegt daran, dass Wärmepumpen mit Hilfe von Strom, Wärme aus der Umgebungsluft 💨, dem Grundwasser 🌊 oder dem Erdreich 🌱 gewinnen. Die Herstellung, der Transport und die Installation einer Wärmepumpe verursachen zunächst Treibhausgase. Arbeitet eine Wärmepumpe aber erst einmal, kann sie sogar CO2-neutral sein. Wann das genau der Fall ist, sehen wir uns an dem Beispiel eines Einfamilienhauses an, das von einer vierköpfigen Familie mit einem jährlichen Gesamtwärmebedarf von 32.600 kWh bewohnt wird. 👩‍👦👨‍👧

Um den Gesamtwärmebedarf der Familie zu decken, müssen mit einer Öl-Niedertemperaturheizung 3.535 Liter Öl verbrannt werden. Das verursacht einen CO2-Ausstoß von 11,2 t CO2 pro Jahr. Eine Gasheizung hätte einen CO2-Ausstoß von 7,4 t pro Jahr.  

Im Vergleich dazu benötigt eine Wärmepumpe zur Deckung des Gesamtbedarfs 7.900 kWh Strom. Wird die Anlage mit Standardstrom betrieben, erzeugt dies jährlich rund 3,8 t CO2. Wenn die Wärmepumpe allerdings mit erneuerbar erzeugtem Ökostrom betrieben wird, beträgt der CO2-Ausstoß nahezu 0 t CO2 pro Jahr. 

Das zeigt, der Einsatz von vor allem mit Ökostrom betriebenen Wärmepumpen ist deutlich klimafreundlicher als der von Öl- oder Gasheizungen. Mit einer Wärmepumpe kannst du also langfristig das Klima schonen und dem Klimawandel entgegenwirken. 🌍👍

2. Wärmepumpen sind förderfähig 💰

Wer mit erneuerbaren Energien heizt, schont nicht nur das Klima, sondern wird auch vom Staat belohnt. So gibt es auch für den Umstieg auf eine Wärmepumpe in Deutschland eine staatliche Förderung. Wenn du zum Beispiel deine alte Heizung gegen eine neue Wärmepumpe tauschst, bezuschusst der Staat dies mit bis zu 40 Prozent der Investitionssumme. Wichtig ist, dass der Antrag auf Förderung bereits im Vorhinein beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden muss. 📝 Weitere Informationen zur Förderung findest du auch beim Bundesverband Wärmepumpe

3. Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen 🛢️

Gerade durch die aktuelle Gaskrise steigen die Preise für Gas immer weiter und weiter. Mit einer Wärmepumpe hast du den Vorteil, dass du unabhängig von fossilen Brennstoffen bist. Der Einkauf von teurem Gas oder Heizöl gehört somit der Vergangenheit an. Zudem ist es möglich, über eine Photovoltaikanlage selbst Strom zu erzeugen und diesen für deine Wärmepumpe zu nutzen. ☀️👍Solltest du (noch) keine Photovoltaikanlage auf dem Dach haben, ist eine Wärmepumpe in Kombination mit 100% Ökostrom auch eine gute, umweltfreundliche Möglichkeit.

Was kostet eine Wärmepumpe? 

Die Kosten für eine Wärmepumpe können je nach Art der Pumpe variieren. Am kostspieligsten sind Wasser-Wasser- und Sole-Wasser-Anlagen. Da ihre Installation sehr aufwändig ist, können Kosten von bis zu 37.500€ (ohne Miteinbeziehung der Förderung) entstehen. Luft-Wasser- und Luft-Luft-Wärmepumpen zählen eher zu den günstigeren und daher auch zu den beliebteren Modellen. Die Kosten liegen hierfür durchschnittlich zwischen 15.000 und 20.000€ (ohne Miteinbeziehung der Förderung). 💰

Die Wartungs- und Betriebskosten sind bei Wärmepumpen allerdings viel geringer als bei Öl- oder Gasheizungen. Generell fallen jährlich durchschnittlich 100€ Wartungskosten an. Auch der Besuch eines Kaminkehrers entfällt bei reinen Wärmepumpensystemen.

So viel kannst du mit einer Wärmepumpe sparen 

Eine Wärmepumpe ist zwar etwas teurer in der Anschaffung, langfristig kannst du aber bares Geld sparen. 💰Wie viel das ist, zeigen wir dir nun an einem einfachen Beispiel. Wir gehen wieder von einem typischen Einfamilienhaus mit einer Fläche von 150m² aus und nehmen die Strom- und Gaspreise von August 2022 sowie die durchschnittlichen Effizienzgrade als Grundlage. 

Eine Gasheizung benötigt zum Heizen des Hauses rund 18.000 kWh Gas pr Jahr. Bei einem Gaspreis von 42,03 ct/kWh und einer Effizienz von 85 Prozent verursacht das Kosten in Höhe von 7.565 € pro Jahr. 

Eine Wärmepumpe hat einen Stromverbrauch von rund 4.781 kWh pro Jahr. Bei einem Strompreis von 68,25 ct/kWh und einer Effizienz von 320 Prozent fallen Kosten in der Höhe von 3.263€ pro Jahr an. Insgesamt kannst du so mit einer Wärmepumpe 4.302 € pro Jahr sparen. 💸 

Langfristig gesehen ist eine Wärmepumpe also eine günstige, effiziente und auch umweltschonende Methode, um deine Wohnung zu heizen. 🌡️

Welche Voraussetzungen benötigt man für eine Wärmepumpe?

Kommt eine Wärmepumpe für dich in Frage, solltest du im Vorhinein unbedingt die benötigten Voraussetzungen schaffen. Welche das sind, haben wir dir hier aufgelistet: 

🐙 Wärmeschutz im Gebäude: Eine gute Dämmung und moderne Fenster sind für energieeffizientes Heizen bei einem geringen Stromverbrauch unabdingbar. 

🐙Heizkörper: Als Heizkörper für eine Wärmepumpe eignen sich am besten Fußboden- oder Wandheizungen, denn so reichen bereits geringe Heizwasser-Temperaturen, um das Haus zu erwärmen. 🌡️

🐙 Genügend Platz: Über den Standort deiner Wärmepumpe solltest du dir im Vorhinein Gedanken machen. Am besten eignen sich Rasenflächen, da diese schalldämmend wirken. Manche Wärmepumpen werden aber auch im Heizungskeller installiert. 🏡

Ob dein Haus für eine Umrüstung geeignet ist oder noch weitere Maßnahmen notwendig sind, kannst du zum Beispiel auch online bei der Verbraucherzentrale testen. 🏠Sollten die Bedingungen (noch) nicht erfüllt sein, ist es natürlich auch möglich, nachträglich eine Fassadendämmung einzubauen oder Fenster und Heizkörper auszutauschen. Ist dein Haus bereits älter und sind Sanierungsmaßnahmen notwendig, kann sich eine Wärmepumpe trotzdem für dich lohnen. Denn eine zusätzliche Dämmung oder die Überprüfung des Heizungswassers kann auch unabhängig vom Einsatz einer Wärmepumpe sinnvoll sein. Deiner neuen Wärmepumpe steht also nichts mehr im Wege. 

Der richtige Standort 🏠

Eine Wärmepumpe bietet sich vor allem an, wenn du in einem Einfamilienhaus wohnst. Die Installation ist generell auch in Reihenhäusern oder Mehrfamilienhäusern möglich, allerdings bedarf dies einer noch weiter ausführlichen Planung und einer Absprache mit Nachbar*innen und der Hausverwaltung. Der Standort der Wärmepumpe ist abhängig von den Gegebenheiten des Hauses und der Art der Pumpe. Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen werden in den meisten Fällen im Heizungskeller direkt neben den Bohrungen ins Erdreich aufgestellt, um die Leitungswege so kurz wie möglich zu halten. Luft-Wasser-Pumpen können sowohl im Keller als auch im Freien aufgestellt werden und benötigen rund einen Kubikmeter Platz. 

Was bedeutet die Jahresarbeitszahl?

Die Jahresarbeitszahl gibt an, mit welcher Effizienz ein Heizsystem betrieben wird. Sie zeigt das Verhältnis zwischen zugeführter Energie (Strom) und der tatsächlich erzeugten Heizungswärme über die Dauer eines Jahres wieder. Wichtig dabei ist, dass diese beiden Werte während des Betriebs gemessen werden. Die Jahresarbeitszahl lässt sich also nicht im Vorhinein berechnen, denn sie wird nicht nur von der Wärmepumpe bestimmt, sondern auch von der Effizienz des gesamten Gebäudes und der individuellen Nutzung. Berechnet wird sie, indem man die Heizwärme (in kWh) pro Jahr durch den Stromverbrauch (in kWh) pro Jahr teilt. 🖩

Unser Fazit:

Langfristig lohnt sich eine Wärmepumpe auf jeden Fall! Denn nicht nur du als Anlagenbesitzer*in profitierst langfristig von den günstigen Betriebskosten, sondern auch unsere Erde und das Klima werden dir danken! 🌍

Möchtest du noch mehr zu erneuerbaren Energiequellen erfahren? Dann wirf doch mal einen Blick auf unsere Artikel zu den Themen Wann lohnt sich eine Photovoltaikanlage? ☀️, Was ist eigentlich Solarenergie? 🌞 oder Windenergie - So wird aus Wind Strom erzeugt 🍃.



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Veronika Gott
Product & Marketing Werkstudentin