Wie umweltfreundlich ist Windenergie wirklich, welche Auswirkungen hat sie auf die Umwelt und warum schreitet der Ausbau nur langsam voran? Das haben wir uns genauer angesehen. 
WindrĂ€der sind schĂ€dlich fĂŒr die Gesundheit, schreddern Vögel und beeinflussen das Wetter. Die Vorurteile gegenĂŒber Windkraftanlagen sind vielseitig und halten sich bis heute hartnĂ€ckig. Auch der Ausbau der Windkraftanlagen schreitet in Deutschland nur langsam voran. Jedoch wird gerade jetzt durch die Gaskrise die Forderung nach erneuerbaren Energien immer gröĂer.Â
Wie schÀdlich sind WindrÀder wirklich?
Um herauszufinden, wie schÀdlich WindrÀder wirklich sind, werfen wir zunÀchst einen Blick auf ihren Energieverbrauch und ihre CO2-Emissionen.
Der Bau von Windkraftanlagen ist mit einem hohen Energieverbrauch verbunden. Allerdings erzeugen WindrĂ€der schon nach drei bis elf Monaten Betrieb die Energiemenge, die fĂŒr ihre Herstellung erforderlich war. Im Durchschnitt sind WindrĂ€der etwa 25 Jahre im Einsatz. WĂ€hrend dieser Zeit wird rund 40 Mal mehr Energie erzeugt, als fĂŒr Herstellung, Nutzung und Entsorgung der Anlage nötig ist.
Auch im Bereich CO2-AusstoĂ ĂŒberzeugt die Windenergie. Denn im Vergleich zu anderen Technologien wie Gas- oder Kohlekraftwerke schneidet eine Windkraftanlage mit sieben bis neun Gramm CO2 pro kWh in der Klimabilanz sehr gut ab. 
SchĂ€dlich fĂŒr das Klima sind Windkraftanlagen also keineswegs. Warum schreitet der Ausbau dann nur sehr langsam voran? Der Hauptgrund dafĂŒr sind verschiedene Abstandsregelungen, die festlegen, wie weit WindrĂ€der von HĂ€usern entfernt sein dĂŒrfen. Diese sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Die mit Abstand strengste â die 10H-Regel â gibt es in Bayern.Â
Was ist die 10H-Regel?
Die 10H-Regelung ist die Mindestabstandsregelung von Windenergieanlagen zu Siedlungen nach der bayerischen Bauordnung.
Sie ist seit dem 17. November 2014 in Kraft und besagt, dass WindrĂ€der nur mit dem zehnfachen Abstand ihrer Höhe zum nĂ€chsten bebauten Ortsteil gebaut werden dĂŒrfen. Dabei setzt sich die Gesamthöhe aus Nabenhöhe und Rotorradius zusammen. Wie weit dĂŒrfen WindrĂ€der also von HĂ€usern entfernt sein? Ein Windrad das zum Beispiel 200 Meter hoch ist, muss nach der 10H-Regel einen Mindestabstand von zwei Kilometern zu Wohngebieten haben. Â
Sollen WindrĂ€der nĂ€her an Wohnsiedlungen errichtet werden dĂŒrfen?
Der Bau von WindrÀdern, die nÀher an Wohnsiedlungen errichtet werden, hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Einerseits verursacht eine Windkraftanlage LÀrm
und prÀgt das Landschaftsbild, andererseits spielen WindrÀder eine wichtige Rolle in Sachen erneuerbare Energien und Klimaschutz.
Ein neuer Gesetzentwurf soll daher in Zukunft den Ausbau von Windkraftanlagen erhöhen und beschleunigen. Rund zwei Prozent der verfĂŒgbaren FlĂ€che in Deutschland soll demnach fĂŒr Windkraft reserviert werden. Aktuell ist laut Bundesumweltministerium deutschlandweit eine FlĂ€che von 0,9 Prozent ausgewiesen. Jedes einzelne Bundesland wird in einem WindflĂ€chenbedarfsgesetz klare Vorgaben erhalten. So muss Bayern beispielsweise bis Ende 2026 1,1 Prozent ausweisen und bis 2032 sogar 1,8 Prozent. Sollten diese Vorgaben verfehlt werden, dĂŒrfte der Bund demnach den LĂ€ndern verbieten, die Abstandsregeln weiter durchzusetzen.Â
Werden Vögel durch WindrÀder getötet?
Oft behaupten Windkraftgegner, dass Vögel durch WindrĂ€der getötet werden. Doch stimmt das wirklich und wie viele Tiere sterben tatsĂ€chlich durch WindrĂ€der? Fakt ist, dass Vögel, Insekten oder FledermĂ€use durch Windkraftanlagen sterben können. Allerdings sind die Zahl der Todesopfer, als auch die Todesursachen schwer messbar.Â
WĂ€hrend ihres Fluges haben Vögel normalerweise ihren Blick nach unten gerichtet. So können WindrĂ€der, aber auch Glasscheiben oder Strommasten schnell ĂŒbersehen werden. Wie viele Vögel durch Windkraft getötet werden, kann man nicht genau sagen. Laut SchĂ€tzungen des Naturschutzbund Deutschland fallen jĂ€hrlich rund 100.000 Vögel den Anlagen zum Opfer. An Glasscheiben sterben jedoch im Vergleich dazu bis zu 18 Millionen Vögel pro Jahr.
Allerdings sind diese Zahlen nicht belegt, daher sollte man sie mit Vorsicht betrachten. VogelschĂŒtzer*innen befĂŒrworten Windkraftanlagen, denn die Bedrohung durch den Klimawandel ist fĂŒr die meisten Vogelarten weitaus gröĂer als durch Windkraft. Zudem ist es bei der Planung neuer WindrĂ€der möglich, Artenschutzrichtlinien zu beachten, so dass das Risiko durch Windkraft zu sterben fĂŒr gefĂ€hrdete Vogelarten minimiert werden kann. 
Sind WindrĂ€der schĂ€dlich fĂŒr unsere Gesundheit und beeinflussen sie das Wetter?
Hier können wir dich beruhigen. WindrĂ€der sind nicht schĂ€dlich fĂŒr unsere Gesundheit, denn sie unterliegen in Deutschland strengen Regeln wie zum Beispiel der LĂ€rmschutzverordnung. Diese bestimmt genau, welche LĂ€rmbelastung in unserer Wohnumgebung zulĂ€ssig ist. Im Abstand von rund 410 Metern ist eine Windkraftanlage beispielsweise genauso laut wie eine HauptstraĂe innerorts mit rund 20.000 Fahrzeugen pro Tag im Abstand von 500m. HauptstraĂen dĂŒrfen neben WohngebĂ€uden verlaufen - Windkraftanlagen hingegen nicht. Stadtbewohner*innen mĂŒssen also mit einem höheren GerĂ€uschpegel klar kommen, als Menschen in der NĂ€he von Windkraftanlagen. 
Zudem haben Forscher*innen festgestellt, dass Windkraftanlagen das Wetter nicht beeinflussen. Laut Dr. Axel Kleidon (Leiter der Arbeitsgruppe Theorie und Modellierung der BiosphÀre am Max-Planck-Institut) ist es der AtmosphÀre egal, ob die Bewegungsenergie durch Windturbinen oder durch Bodenreibung verloren geht. Eher wird uns die AtmosphÀre in Zukunft noch danken, wenn wir Strom durch erneuerbare Energien erzeugen. 
Windkraft ist fĂŒr den Schutz von Mensch und Umwelt essentiell, daher fordern auch wir einen schnelleren Ausbau von Repowering und Offshore-Anlagen! 
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