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Fossile Energien - Das Kohlekraftwerk 🏭

Aktuell zählt die Energiegewinnung aus Kohle zu einer der wichtigsten Energiequellen in Deutschland. Wie in einem Kohlekraftwerk Strom erzeugt wird und wie gefährlich das ist, erklären wir dir im Folgenden. ⚡🏭

04. Juli 2022

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Energiequellen

Energiegewinnung aus Kohle zählte im Jahr 2021 zu den wichtigsten fossilen Energiequelle in Deutschland. Knapp 30 Prozent der Bruttostromerzeugung waren darauf zurückzuführen. In einem Kohlekraftwerk wird – wie der Name schon sagt – Kohle verbrannt, um elektrischen Strom zu erzeugen. Dabei gibt es zwei Arten von Kraftwerken – Kraftwerke für Braunkohle oder für Steinkohle. Doch wie gefährlich sind Kohlekraftwerke und warum sind Kohlekraftwerke schlecht für die Umwelt? Das werden wir uns jetzt einmal genauer anschauen. 🔎

Wie funktioniert ein Kohlekraftwerk?

Um Strom aus Kohle zu gewinnen, wird die Braunkohle oder Steinkohle zuerst gemahlen und anschließend in einem Kessel verbrannt. Dadurch entstehen Rauchgase. Dieser Rauch ist so heiß, dass er Wasser erhitzt, welches anschließend zu Dampf wird. Der Dampf treibt zuerst eine Turbine an und kondensiert danach wieder zu Wasser.💦 Die Turbine wird durch Drehenergie in Bewegung gesetzt und treibt dadurch einen Generator an, welcher durch Energieumwandlung elektrischen Strom erzeugt. In unserer Grafik kannst du nochmal genauer sehen, wie in einem Kohlekraftwerk Strom entsteht. 

Energieflussdiagramm Kohlekraftwerk

Die Nutzung und die Umwandlung von Energie wird häufig in einem sogenannten Energieflussdiagramm dargestellt. Dabei sieht man genau, wann Energie genutzt oder auch durch die Umwandlung verloren geht. Insgesamt gehen bei der Umwandlung von chemischer zu elektrischer Energie 60% verloren. ⚡🏭 Das bedeutet ein Kohlekraftwerk hat in der Regel einen Wirkungsgrad von rund 40%. 

Wie viel Leistung erbringt ein Kohlekraftwerk?🤓

Kohlekraftwerke erreichen im Schnitt Leistungen zwischen 100 MW (Megawatt) und einem GW (Gigawatt). Werden mehrere Kraftwerksblöcke am gleichen Standort verwendet, können sogar noch höhere Leistungen erzielt werden. Das Kraftwerk Neurath in Nordrhein-Westfalen hat zum Beispiel eine Leistung von rund  4.465 MW. Die jährliche Stromerzeugung beträgt also 39.119 GwH. Bei einem pro Kopf Verbrauch von 1.534 kWh pro Jahr könnte das Kraftwerk jährlich knapp sieben Mal die Stadt Berlin versorgen. 

Rund 925 Gramm CO2 pro kWh werden bei der Stromerzeugung durch Kohle ausgestoßen. Für die Energieerzeugung in Deutschland werden in Summe 247 Tonnen CO2 pro Jahr emittiert. Das macht Kohlekraftwerke zur mit Abstand klimaschädlichsten Energiequelle. Braunkohlekraftwerke sind zudem wesentlich schädlicher als Steinkohlekraftwerke. Im Vergleich dazu werden bei einem Flug von Düsseldorf nach Mallorca und wieder zurück durchschnittlich 680 kg CO2 erzeugt. Jede Tonne CO2, die freigesetzt wird, führt zum Verlust von drei Quadratmeter Meereis. Daher ist es umso wichtiger, jetzt auf eine klimafreundliche Energieerzeugung umzusteigen. 

Vor- und Nachteile eines Kohlekraftwerks 🏭

Die Energiegewinnung durch Kohle bringt zahlreiche Nachteile mit sich. Wie du bereits gesehen hast, entstehen bei der Verbrennung von Kohle Abgase. Es wird zwar immer versucht, diese Schadstoffe weitestgehend herauszufiltern, jedoch bleibt die Umweltbelastung trotzdem sehr hoch. Ein weiterer Nachteil ist, dass Braunkohle im Tagebau abgebaut wird. Das bedeutet, dass Bodenschätze nahe der Oberfläche gewonnen werden und nicht etwa in Schächten oder Stollen. Dabei kommt es oft zu gravierenden Eingriffen in die Kulturlandschaft.🌲 Natur- und Wohnflächen werden teilweise zerstört oder müssen umgesiedelt werden. Zudem ist Kohle ein fossiler Rohstoff. Das heißt, dass er endlich ist und irgendwann nicht mehr existieren wird. 

Allerdings zählt Kohle zu einer der am längsten lebenden fossilen Energieträgern der Welt und die Vorräte werden noch rund 200 Jahre ausreichen. Ein weitere Vorteil ist, dass Kohleabbauwerke eine Möglichkeit für zahlreiche Arbeitsplätze bieten.🧑‍💼 

Zudem ist der Braunkohleabbau kostengünstig und stellt somit eine der billigsten Arten der Stromerzeugung dar. Daher wird in Deutschland immer noch viel Strom durch Kohle erzeugt.

Kohlekraftwerke in Deutschland

Trotz der vielen Nachteile bildet Kohlestrom die Grundlage der deutschen Stromversorgung.  Derzeit gibt es 130 aktive Kohlekraftwerke im ganzen Land. Die meisten liegen im Norden und Westen der Republik. Allerdings soll sich dies bis 2038 ändern, denn im Jahr 2020 beschloss die Bundesregierung den Ausstieg aus der Kohleverstromung und den Ausbau der erneuerbaren Energien. Nach und nach wird also die Abschaltung der Kohlekraftwerke erfolgen und die Umstellung auf erneuerbare Energien erfolgen. 

Wenn du auch dazu beitragen willst, die Energiewende voranzutreiben, dann wirf doch mal einen Blick auf unsere Ökostromtarife. Denn nur zusammen können wir den Ausbau der erneuerbaren Energien voranbringen und global ein Zeichen setzen. 🐙


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Veronika Gott
Product & Marketing Werkstudentin

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