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Wärmepumpen für alle!

Deutschland braucht eine Revolution in Sachen Wärmeversorgung

04. Oktober 2022

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Energiewirtschaft &-Politik
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Deutschland braucht eine Wärme­revolution

🌍💪 Deutschland muss die Elektrifizierung des Wärmemarktes konsequent vorantreiben, um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern weiter zu reduzieren – zugunsten klimafreundlicher Alternativen.

Herbst 2022: Deutschland ist an einem Punkt angelangt, an dem sich der Wechsel von Gasheizungen zu Wärmepumpen durchgesetzt hat. Bereits in der Vergangenheit wurde ihre gute Klimabilanz als Hauptargument für Wärmepumpen angeführt: Schließlich verursacht der gesamte Wärmemarkt etwa 40% der energiebedingten CO2-Emissionen in Deutschland und bietet durch eine Elektrifizierung erhebliches Einsparungspotential. Wärmepumpen sind zudem bis zu viermal effizienter als die besten Gasheizungen, wandeln sie doch eine kWh Strom in bis zu vier kWh Wärme um.

Im Lauf diesen Jahres kristallisierte sich zudem ein zweites schlagkräftiges Argument heraus: Die Umstellung von fossilen Brennstoffen auf Heizen mit Strom erhöht die Sicherheit unserer Energieversorgung und verringert unsere Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen – vor allem, wenn der Umstieg auf Wärmepumpen mit einer deutlichen Steigerung der erneuerbaren Energieerzeugung einhergeht. Sobald eine Wärmepumpe mit 100% Ökostrom betrieben wird, entstehen überhaupt keine Emissionen mehr. In Verbindung mit intelligenten Stromtarifen und Lastverschiebungen entlasten sie das Stromnetz und sparen den Haushalten Geld.  Das ist gut für das Stromsystem, die Geldbeutel der Verbraucherinnen und Verbraucher, die Umwelt und somit für uns alle.

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Im Koalitionsvertrag hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, in Zukunft nur noch Heizungsanlagen mit 65% erneuerbarer Energie zuzulassen.

Im Zuge der aktuellen Diskussion um die Verringerung der Abhängigkeit von Erdgas soll diese Vorgabe auf 2024 vorgezogen und damit der Einbau von reinen Gasheizungen verboten werden. Dies ist der richtige Weg. Allerdings gibt es eine Reihe von Faktoren, die die schnelle Verbreitung von Wärmepumpen und damit die Dekarbonisierung des Wärmemarktes behindern und im Zuge der Anpassung des Rechtsrahmens dringend beseitigt werden müssen.

Mit der jüngst verkündeten gemeinsamen Erklärung des Wärmepumpengipfels haben Politik und Industrie gezeigt, dass sie verstanden haben, dass mehr getan werden muss und dass es gemeinsamer Anstrengungen bedarf, um diese Hindernisse zu beseitigen.

In diesem Wärmepumpen-Manifest formuliert Octopus Energy drei konkrete Empfehlungen, um die Hindernisse für eine schnelle und effiziente Einführung von Wärmepumpen zu überwinden.

Es gilt...

  • 👩‍🔧👩‍🔧 die Installationskapazitäten ausweiten, d.h. Fachkräfte leichter qualifizieren

  • 🤖 den Smart-Meter-Rollout vorantreiben, um das Potenzial von Wärmepumpen zur Lastverschiebung voll auszuschöpfen

  • 💰 sowie die Kosten zu senken, damit eine Wärmepumpeninstallation für alle erschwinglich wird.


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Wärmepumpen-Manifest Octopus Energy Germany

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Die Politik muss ins Handeln kommen...

1. Fachkräfte leichter qualifizieren und Quereinstieg fördern 👩‍🔧

🔶 Ohne Fachkräfte keine Klimawende 🔶

Die Umstellung des Wärmesektors auf erneuerbare Energien und Wärmepumpen erfordert die schnelle Aus- und Weiterbildung des dringend nötigen Personals. Nach Schätzungen des Branchenverbandes BWP müssten jedes Jahr deutschlandweit ca. 800.000 Gasheizungen ausgetauscht und durch Wärmepumpen ersetzt werden. Dies ist ein beispielloses Modernisierungsprogramm, für das eine hohe Zahl an Fachkräften und eine leistungsfähige Lieferkette benötigt werden. Allerdings zeigt sich bereits heute, dass der Fachkräftemangel und die mangelnde Lieferbarkeit der Wärmepumpen eine Herausforderung darstellen – mit Lieferzeiten von oftmals mehr als 12 Monaten ab Bestellung. Fachkräfte, die heute ihre Ausbildung beginnen, werden erst in drei Jahren ihren Gesellen-Abschluss in der Hand halten, bzw. in fünf Jahren ihren Meisterbrief. Das dauert zu lange.

Die Bundesregierung sollte daher:

  • ein neues Berufsprofil „SHK-Installateur für Erneuerbare Energien“ schaffen, mit einem stark fokussierten und beschleunigten Ausbildungsprogramm.

  • die existierenden Weiterqualifizierungspfade für bestehendes Fachpersonal im Bereich Wärmetechnik verbessern und beschleunigen

  • den Quereinstieg oder einen Spurwechsel für Fachkräfte mit vergleichbarem Vorwissen ermöglichen, gemeinsam mit den Handwerkskammern und der Industrie

  • den Wettbewerb auf der Anbieterseite stärken, z.B. durch einen "Wärmekredit für erneuerbare Energien" (in Anlehnung an das erfolgreiche kalifornisches Rabattprogramm für Elektrofahrzeuge (CVRP)

2. Smart-Meter-Rollout beschleunigen, um Lastverschiebungen zu ermöglichen🤖

🔶Die rasche Verbreitung von Wärmepumpen bietet ein enormes Potenzial für Lastverschiebungen. 🔶

🤓 Lastverschiebungen helfen Haushalten, Geld zu sparen (indem der Strom dann verbraucht wird, wenn er günstig ist) und unterstützt die effiziente Integration erneuerbarer Energien in das Netz. Auch wenn es nicht realistisch ist, die Nachfrage etwa an einem kalten Wintertag erheblich zu senken, können kleinere Lastverschiebungen über Minuten oder Stunden bei Millionen von Haushalten zu einem enorm positiven Effekt auf das Stromnetz führen. 

Damit dies passieren kann, müssen dringend intelligente Zähler in allen Haushalten installiert werden. Dadurch werden Verbraucherinnen und Verbraucher in die Lage versetzt, Preissignale in Echtzeit zu empfangen und ihren Energiekonsum entweder manuell anzupassen oder – was wahrscheinlicher ist – eine Technologie zu nutzen, die die Wärmepumpe für sie optimiert. Sobald intelligente Zähler installiert sind, können Haushalte auch von anderen verschiebbaren Lasten profitieren, z.B. von Ladepunkten für Elektrofahrzeuge, Heimspeichern oder einfach von kleinen Verhaltensänderungen, wie dem Einschalten der Spülmaschine über Nacht. Allerdings werden die alten, analogen Verbrauchszähler derzeit lediglich durch einfache digitale Stromzähler ersetzt.  Diese ermöglichen nur eine elektronische Datenerfassung, aber keine Steuerung.

Die Bundesregierung sollte daher:

  • intelligente Stromzähler zur Pflicht bei der Installation von Wärmepumpen machen

  • die gesamten Vorlaufkosten (Anschaffung und Installation) des  intelligenten Zählers aus dem Wärmepumpenzuschuss finanzieren, wenn auch eine Wärmepumpe eingebaut wird oder wurde.

  • die laufenden jährlichen Kosten des intelligenten Zählers auf alle Verbraucherinnen und Verbraucher umlegen und damit alle finanziellen Negativanreize für den Einbau eines intelligenten Zählers beseitigen.

Technologie kann uns helfen, die erneuerbaren Energien noch smarter und effizienter zu nutzen.

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3. Finanzielle Anreize für Wärmepumpen verbessern 💰

🔶 Mit dem Wachstum des Wärmepumpenmarktes sind die Kosten gesunken und werden mit der Weiterentwicklung der Lieferkette weiter sinken. 🔶

Bislang hat Deutschland über verschiedene Förderprogramme Millionen an Subventionen für Wärmepumpen bereitgestellt. Wenn im nächsten Jahr 400.000 Wärmepumpen installiert werden, und der durchschnittliche Zuschuss 11.500 Euro (das Mittel der aktuellen Förderspanne von 7.000 bis 16.000 Euro) beträgt, dann belaufen sich die jährlichen Zuschusskosten auf über vier Milliarden  Euro. Um ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis zu erzielen, sollten diese Mittel so weit wie möglich gestreckt werden, damit möglichst viele Wärmepumpen installiert werden. Sie sollten zudem auf diejenigen Installationen konzentriert werden, die sonst nicht erfolgen würden. Dies bedeutet, dass Mechanismen eingeführt werden müssen, die sicherstellen, dass einzelne Wärmepumpen-Installationen nicht übersubventioniert werden. Ohne einen solchen Schutz besteht die Gefahr, dass am Ende Steuergeld durch Goldplating, übermäßige Gewinne oder Ineffizienz verschwendet wird

Teure Wärmepumpen-Installation in Deutschland

Der Vergleich zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich zeigt einen drastischen Kostenunterschied für eine Wärmepumpen-Installation. Dies ist nur zum Teil auf die besondere Dynamik des deutschen Marktes zurückzuführen, auf dem die Nachfrage derzeit das Angebot bei weitem übersteigt. Die höheren Kosten in Deutschland  lassen sich auch auf  die Mehrwertsteuer auf Wärmepumpen zurückführen, die auf der Insel nicht erhoben wird, sowie auf höhere Lieferketten- und Installationskosten.

Die Daten für das Diagramm stammen aus Feedback von Branchenexperten, Angeboten verschiedener Marktteilnehmer und unserer eigenen Marktforschung.


Die Bundesregierung sollte daher:

  • die Förderungssumme anpassen und den direkten Zuschuss auf eine bestimmte Höhe begrenzen – z.B. 10.000 Euro pro Haushalt – um den Kostenwettbewerb im Markt anzukurbeln 

  • diese oben genannte Obergrenze bei der Bezuschussung im Laufe der Zeit analog zu den fallenden Kosten absenken

  • den staatlichen Zuschuss für energieeffiziente Neubauten streichen und durch eine Verpflichtung zum Einbau einer Wärmepumpe ersetzen, da die zusätzlichen Kosten für den Einbau einer Wärmepumpe im Vergleich zu den Kosten für ein neues Haus relativ gering sind.

30 % Kosteneinsparungen

Durchschnittliche Energiekosten-Einsparungen bei Kundinnen und Kunden im Vereinigten Königreich, die Wärmepumpen- und Smart-Meter kombinieren, basierend auf einer Analyse von über 1.000 Kundinnen und Kunden.

FAZIT: Weichen stellen für die Wärmewende

Octopus Energy unterstützt das Ziel der Bundesregierung, die Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen. Es ist entscheidend, dass Stakeholder und Politik zusammenarbeiten, um schnellstmöglich die Bedingungen für die Wärmewende soweit zu verbessern, dass der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern auch im Wärmemarkt schnell zum Erfolg geführt werden kann.

Mit den hier gemachten Vorschlägen, möchte Octopus Energy in diesem Sinne dazu beitragen, einen schnellen und effizienten Umstieg auf saubere und erschwingliche Energie für alle zu ermöglichen.

Wir brauchen eine Energierevolution! 💪🌎Bist du dabei?


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Über den Autor des Wärmepumpen-Manifests:
Andrew Mack, CEO von Octopus Energy Germany. Der gebürtige Brite und Energieexperte setzt sich für eine klima- und verbraucherfreundliche Energiepolitik ein.

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Caroline Drechsel
Senior Marketing Manager

Titelbild: © Unsplash - Luis Quintero

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