Konto

Strom- und Gaspreisbremse – Einfach erklärt 🤓

Wegen der hohen Energiepreise plant die Bundesregierung derzeit eine Strom- und Gaspreispreisbremse. Aber was heißt das genau und welche Entlastungen gibt es dabei für Verbraucher*innen? Alles wichtige erfährst du in diesem Artikel. 🔎

10. November 2022

|

Was sieht die Strom- und Gaspreisbremse vor?

Um Bürger*innen und Unternehmen in Deutschland bei den hohen Energiepreisen zu entlasten, werden einige Maßnahmen diskutiert. Eine davon ist eine Preisbremse bei Strom und Gas. Sie soll die Energieversorgung günstiger machen, indem der Preis bei den Energieträgern auf einen bestimmten Wert festgelegt– also gedeckelt – wird. Die letztendliche Ausgestaltung der Maßnahme ist noch offen, es gibt jedoch bereits wichtige Punkte, die in einem Entwurf festgelegt wurden:

Bei Gas wird der Preis auf voraussichtlich 12 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt. Zum Vergleich: Der aktuelle Gaspreis liegt im Durchschnitt bei ca. 19,7 Cent

Die Preisbremse bei Strom sorgt dafür, dass der Strom, der aktuell durchschnittlich bei 48,1 Cent pro Kilowattstunde liegt, bei voraussichtlich 40 Cent gedeckelt wird.

⚠️ Aber Vorsicht: Die Preisbremse für Strom und Gas gilt nur für 80% des Vorjahresverbrauchs, dem sogenannten Basisbedarf. Die restlichen 20% des Verbrauchs werden sowohl bei Strom als auch bei Gas mit dem Marktpreis berechnet. Das heißt Verbraucher*innen, die mehr als diesen Basisbedarf verbrauchen, müssen mehr zahlen. Das soll den Anreiz zum Energiesparen aufrechterhalten.

Auch wichtig: Strom und Gaskund*innen müssen die Entlastungen durch die Preisbremse nicht zurückzahlen.

So berechnest du die Preisbremse

Beispiel Strom 🔌

Ein 2-Personen-Haushalt hat laut Statistischem Bundesamt zuletzt ca. 3.196 Kilowattstunden Strom im Jahr verbraucht. Das sind berechnet an dem aktuellen Durchschnittspreis von Strom rund 1.537 Euro. 💰

Im Falle der Strompreisbremse, zahlst du zukünftig für 80% dieses Vorjahresverbrauchs, also rund 2.557 Kilowattstunden, einen Preis, der auf 40 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt ist. Das sind in diesem Beispiel rund 1.022 Euro. Ohne der Preisbremse sind es Kosten von rund 1.230 Euro. 📉

Für wen gilt die Strom- und Gaspreisbremse?

Die Gaspreisbremse gilt für alle privaten Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen (unter 1,5 Millionen Kilowattstunden Gasverbrauch im Jahr). Ebenfalls sind auch alle Fernwärmekund*innen mit eingeschlossen. Die Strompreisbremse gilt für alle privaten Verbraucher und kleine und mittlere Unternehmen. 🏡 🏢

Wann gilt die Strom- und Gaspreisbremse?

Die Preisbremse für Strom ist voraussichtlich ab 1. Januar 2023 auf unbestimmte Zeit vorgesehen. Die Gaspreisbremse ist für spätestens 1. März 2023 angesetzt und soll rückwirkend zum 1. Februar gelten. Laufen soll die Gaspreisbremse, laut Bundesregierung, bis April 2024. 💪

Um Gaskund*innen aber bis zum Eintreten der Preisbremse zu entlasten, ist eine Soforthilfe geplant. Diese beinhaltet, dass der Bund den Gas-Abschlag im Dezember für ebenfalls wieder alle privaten Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen (unter 1,5 Millionen Kilowattstunden Gasverbrauch im Jahr) übernimmt. Das heißt diese Verbraucher*innen müssen in diesem Monat keine Abschlagszahlungen leisten.

Kritik an der Strom- und Gaspreisbremse

Trotz der klaren Absicht einer Entlastung der Bürger*innen und Unternehmen gibt es Meinungsverschiedenheiten bei der geplanten Strom- und Gaspreisbremse. Bei der Gaspreisbremse wird zum Beispiel laut Studie des IW Köln mehr die Mittelschicht und Besserverdienenden profitieren als die untere Mittelschicht und ärmere Haushalte. Auch wird unter anderem seitens der Verbraucherzentrale kritisiert, dass die Maßnahme für viele zu spät kommt, denn bis März 2023 gibt es noch mehrere Wintermonate, in denen besonders viel geheizt wird. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Festlegungen des Preises von beispielsweise 40 Cent pro Kilowattstunde für Strom, die von vielen als zu hoch angesehen wird. Dieser Preis ist um ein Vielfaches teurer als im Vergleich zum Vorjahr, wo er bei unter 34 Cent lag. 

Somit schafft die Bundesregierung zwar finanzielle Entlastungen für Verbraucher*innen, wie effektiv diese in der aktuellen Lage im Energiemarkt aber sind und welche Haushalte wie davon profitieren unklar.



Author Image

Jonathan Posovatz
Marketing Working Student

Titelbild: © Unsplash - Joshua Hoehne