
Flexibel Strom verschieben – Gemeinsam mit der "Supergrün-Aktion" die Energiewende gestalten
Mit unserer "Supergrün-Aktion" haben wir in 2024 gemeinsam mit Kund*innen in Baden-Württemberg gezeigt, wie flexibler Stromverbrauch nicht nur das Netz stabilisiert, sondern auch Vorteile für Haushalte schafft.
02. Januar 2025
|Noch nie wurde so viel Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne produziert. Doch trotz aller Fortschritte hören wir immer wieder von teurem Strom aus fossilen Quellen, der zugeschaltet werden muss (sogenannter Redispatch). Warum ist das so? Und wie kann flexibler Stromverbrauch helfen, dieses Problem zu lösen?
Flexible Stromtarife wie unser Tarif Intelligent Octopus helfen Kund*innen von Schwankungen am Markt zu profitieren. Wir wollten, dass auch Kund*innen ohne E-Auto oder Wärmepumpen erleben können, wie Schwankungen am Markt ausgenutzt werden können. Deshalb haben wir 2024 unsere "Supergrün-Aktion" ins Leben gerufen.
Ein Problem der Flexibilität
Deutschland erzeugt grundsätzlich ausreichend Strom, um alle zu versorgen, und das größtenteils aus erneuerbaren Quellen. Doch es gibt ein Ungleichgewicht: Erneuerbare Energien wie Windkraft und Sonnenenergie stehen nicht immer dann zur Verfügung, wenn sie gebraucht werden. So scheint die Sonne häufig mittags am stärksten, während der Energiebedarf morgens oder abends am höchsten ist. Fossile Kraftwerke haben diesen Nachteil nicht, da sie bedarfsgerecht Energie liefern können.
Die Lösung: Wir müssen nicht nur nachhaltiger produzieren, sondern auch unseren Verbrauch flexibler gestalten. Viele Unternehmen setzen bereits auf große Batteriespeicher, um überschüssige Solarenergie zwischenzuspeichern und diese bei Bedarf zu nutzen. Wenn die Produktion weniger flexibel ist, werden wir im Verbrauch flexibler!
Genau das haben wir im Rahmen unserer „Supergrün-Aktion“ umgesetzt.
Flexibler Stromverbrauch in der Praxis: : Die Octopus Energy "Supergrün-Aktion"
Mit unserer Aktion haben wir gemeinsam mit Kund*innen in Baden-Württemberg innovative Wege gefunden, den Stromverbrauch cleverer zu gestalten. Die Idee: Stromverbrauch in Zeiten verschieben, in denen viel Strom im Netz verfügbar ist. So können wir das Netz entlasten und unsere Kund*innen dabei Geld sparen!
Die Aktion lief von August bis November 2024. Im Zuge dessen haben an sieben Events insgesamt über 500 Kund*innen teilgenommen. Pro Person wurden durchschnittlich 4,3 kWh des Stromverbrauchs in die zweistündigen Zeitfenster verschoben - insgesamt stolze 2,34 MWh!
Der Ablauf:
Kund*innen registrierten sich für die Aktion.
Am Vorabend wurden die Teilnehmenden per E-Mail über Zeiträume informiert, in denen besonders viel Grünstrom im Netz war. Diese meist zwischen 2-5 Stunden andauernden Zeitfenster haben wir „Supergrün-Phase“ getauft - in Anlehnung an das supergrüne Signal der Energiewende-App „StromGedacht“ von TransnetBW, welche die aktuelle Situation im Stromnetz anzeigt. In „roten“ oder „orangenen“ Phasen ist wenig Strom im Netz vorhanden. In „supergrünen“ Phasen ist viel und überwiegend Ökostrom verfügbar. Dieses Signal haben wir für zweistündige Zeitfenster per Email an unsere Kund*innen weitergeleitet.
Eine Stunde vor Beginn des Zeitfensters erhielten Kund*innen ohne Smart Meter eine Umfrage, welche Geräte sie explizit in dieser Phase nutzen wollten (z. B. Wäsche waschen oder E-Auto laden). Teilnehmende mit Smart Meter mussten nichts tun, da der Verbrauch automatisch gemessen wurde.
Abschließend erstatteten wir allen Teilnehmer*innen ihren in die Supergrün-Phase verschobene Verbrauch auf Basis ihres Arbeitspreises. Zudem verlosten wir unter allen Teilnehmenden Gratis-Strom für ein bzw. drei Monate.
Die Ziele der Aktion:
Unsere Initiative zur Förderung von flexiblem Stromverbrauch verfolgte mehrere Ziele:
Durch die Nutzung von überwiegend Zeitfenstern, in denen viel erneuerbare Energie produziert wird, die CO2-Belastung zu reduzieren.
Netzentlastung: Durch flexible Verbrauchszeiten Netzüberlastungen zu vermeiden, die durch überschüssige Stromproduktion entstehen können.
Kostenersparnis: Den Bedarf an Strom aus fossilen Quellen verringern, um unserer Energiesystem günstiger zu machen - Redispatch-Maßnahmen kosteten uns alle allein 2023 3,1 Mrd. €
Der nächste Schritt: Aktion PowerLändle
Nach dem Erfolg der ersten Aktion haben wir gemeinsam mit TransnetBW eine weitere Initiative gestartet: Aktion PowerLändle. Diese Aktion zielte darauf ab, den Stromverbrauch aus Zeiten mit niedriger Verfügbarkeit von nachhaltigem Strom (identifiziert anhand des roten oder orangenen Signal von StromGedacht) heraus zu verlagern.
Das Ziel blieb das gleiche: den Netzverbrauch zu optimieren und gleichzeitig den Kund*innen einen direkten finanziellen Vorteil zu bieten. Langfristig möchten wir solche Projekte auf ganz Deutschland ausweiten, um allen Haushalten die Möglichkeit zu geben, an den Vorteilen der Lastverschiebung teilzuhaben. Eine entscheidende Rolle dabei spielen intelligente Stromzähler (sog. Smart Meter), die wir unseren Kund*innen kostenlos installieren. Mehr Infos dazu findest du hier.
Danke an alle Energiepioniere
Wir bedanken uns herzlich bei allen, die uns bei diesen Projekten unterstützen. Jede*r kann einen Beitrag leisten – und bei Aktionen wie dieser dabei sogar sparen!
Wie auch du deinen Stromverbrauch flexibilisieren kannst
Du möchtest selbst aktiv werden und deinen Stromverbrauch flexibel gestalten? Hier sind einige einfache Schritte, die Sie umsetzen können:
Nutze Zeitfenster mit viel Strom aus erneuerbaren Quellen: Informiere dich über die aktuelle Netzsituation, z. B. mithilfe von Apps wie StromGedacht, und plane energiereiche Tätigkeiten in Zeiten, in denen das Signal grün ist.
Setze auf Smart Meter: Mit intelligenten Stromzählern kannst du deinen Verbrauch besser überwachen und optimieren.
Priorisiere energieintensive Geräte: Tätigkeiten wie Wäsche waschen, Geschirrspüler laufen lassen oder das E-Auto laden lassen sich oft zeitlich flexibel gestalten.
Nutze Batteriespeicher und Solarenergie: Wenn du eine Solaranlage besitzt, können Batteriespeicher helfen, überschüssige Energie für den Eigenverbrauch zu nutzen.
Nutze flexible Tarife: Wenn du ein E-Auto oder eine Wärmepumpe hast, kannst du mithilfe unserer smarten Tarife wie Intelligent Octopus oder Octopus Heat deinen Verbrauch in günstige Verbrauchszeiten legen. Mehr Informationen findest du hier.
Schon kleine Anpassungen können helfen, das Stromnetz zu entlasten und Kosten zu sparen!
Häufig gestellte Fragen
Das hängt stark von der Haushaltsgröße ab. Als Richtwerte gelten:
1-Personen-Haushalt: ca. 1.550 kWh/Jahr
2-Personen-Haushalt: ca. 2.500–3.500 kWh/Jahr
3–4-Personen-Haushalt: ca. 3.450–4.000 kWh/Jahr (Einfamilienhaus eher am oberen Ende, Wohnung im Mehrfamilienhaus eher am unteren Ende)
Ein Strommessgerät (auch Energiekostenmessgerät genannt) zeigt dir den Verbrauch einzelner Geräte an. Du schließt es einfach wie einen Adapter zwischen Steckdose und Gerät an – so siehst du genau, wie viel Strom z. B. dein Kühlschrank oder deine Waschmaschine verbraucht. Deinen gesamten Haushaltsverbrauch liest du dagegen an deinem Stromzähler ab; hast du einen Smart Meter, kannst du diesen Wert bequem in Echtzeit über dein Kundenkonto bzw. die zugehörige App einsehen.
Simone Groß
Marketing













